HirnTumor Diskussionsforum
Sonstiges zum Thema Hirntumor => Erfahrungsaustausch / Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: ines1999 am 11. August 2021, 20:57:55
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Hallo miteinanderđ
Ich habe mal eine Frage. Ich habe seit 2006 einen Hirntumor und auch Epilepsie. Die Epilepsie ist seit 2014 mit Medikamente (Vimpat und Levetiracetam) gut eingestellt.
Mir geht es sehr gut!
Jetzt zu meiner Frage:
Bei mir sollte eine Darmspiegelung gemacht werden, da ich jetzt 50 Jahre bin und eine FamiliÀre genetische Erkrankung vorliegt.
Mein Arzt rÀt mir wegen der Koloskopie in die Klinik zu gehen, da meine Antikonvulsiva (Medikamente) eine kurze Halbwertszeit besitzen.
Dort soll am Abend und am Morgen vor der Koloskopie meine Medikamente parenteral verabreicht werden.
Jetzt wollte ich mal hören wie ihr das macht und was fĂŒr Erfahrungen ihr habt?
Liebe GrĂŒĂe Sandra
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Liebe Sandra,
meine letzte Koloskopie hatte ich, bevor ich wegen epileptischer AnfÀlle Levetiracetam (2 x 750 mg) nehmen musste.
Allerdings hatte ich meine mehreren Meningeom-Therapien angegeben, was fĂŒr die AufklĂ€rung keine Rolle spielte.
Aber der Arzt, der die Koloskopie durchfĂŒhrte, fand das Ă€uĂerst spannend. :D
FĂŒr Dich habe ich im Internet gesucht und bin auf zwei informative Eintragungen gestoĂen:
- Unter "Ărztliche Fehler" wurde eine Frau beschrieben, der eine Arzthelferin trotz ihrer Angabe, dass sie Herzmedikamente nimmt, sagte, sie solle diese 3 Tage zuvor absetzen. Die Frau wurde zu Hause bewusstlos und der Notarzt musste sie retten. Hier war das AufklĂ€rungsgesprĂ€ch nicht durch einen Arzt erfolgt und das wurde als "Ă€rztlicher Fehler" benannt.
- Eine Anfrage an Ărzte zur Thematik Koloskopie beinhaltete die Thematik Epilepsie. Darauf antwortete ein Arzt, dass die Untersuchung unter stationĂ€ren Bedingungen erfolgen solle.
Ich habe auch lauter AufklĂ€rungsbögen gelesen (da fertigt wohl jeder Arzt seinen eigenen an ...) und in der Regel steht drin, dass man Vorerkrankungen angeben soll, darunter wird auch Epilepsie genannt, aber nicht, was in diesem (und den anderen FĂ€llen) zu tun ist. DafĂŒr ist ja das AufklĂ€rungsgesprĂ€ch da.
Ich bin mir sicher, dass Dein Arzt, so wie Du es beschrieben hast, das verantwortungsbewusst und sicher fĂŒr Dich (und ihn) handhabt.
Ist nicht schön, aber wichtig! Ich glaube, stationÀr ist es ganz gut, da bist Du sicherer. Alles Gute!
KaSy
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Liebe Sandra,
Ich hatte angenommen, dass Du bereits beim AufklÀrungsgesprÀch warst und der Internist Dir das so gesagt und Dir auch eine Klinik empfohlen hat. So war es wohl nicht?
Ich war wegen AuffĂ€lligkeiten von meiner HausĂ€rztin mit einer Ăberweisung mit einer Verdachtsdiagnose in unser ortsnahes Krankenhaus geschickt worden.
Es fand erst ein Termin mit dem Internisten zur AufklĂ€rung statt. Dann wurde eine Woche spĂ€ter (oder so) die Koloskopie endoskopisch mit einer leichten Narkose (DĂ€mmerungsschlaf) stationĂ€r durchgefĂŒhrt. Es war bei mir nicht erforderlich, danach dort zu bleiben, es wĂ€re aber möglich gewesen.
Die Internisten der Klinik empfahlen dann die KontrollabstĂ€nde und da ich diesbezĂŒglich als "vorerkrankt" galt, wurde es mit einer Ăberweisung mit der Diagnose drauf dann immer dort gemacht.
Es galt ja nicht mehr als "Vorsorgeuntersuchung", die nur alle (ich glaube) 10 Jahre von der Krankenkasse bezahlt wird. Diese werden nur ambulant gemacht, das dĂŒrfen die Kliniken nicht abrechnen.
Du wĂŒrdest vom Hausarzt eine KH-Einweisung benötigen, wenn das stationĂ€r erfolgen soll oder zumindest erstmal eine Ăberweisung, wo die familiĂ€re Vorbelastung und die Epilepsie draufsteht. Du lĂ€sst Du Dir vom Hausarzt eine Klinik nennen, die das machen. Das sollte in jeder Klinik möglich sein, die eine internistische Station hat. Es ist eine Standarduntersuchung.
Dort meldest Du Dich zum AufklĂ€rungsgesprĂ€ch an und erhĂ€ltst dafĂŒr einen Termin. Und dort erklĂ€rt Dir der Arzt alles. Da Du nun schon weiĂt, wie das wegen der Antikonvulsiva zu handhaben ist, kannst Du, wenn dieser Arzt es nicht von sich aus sagt, direkt erfragen.
AufklÀrungszettel findest Du unter dem Stichwort "Koloskopie" oder "Darmspiegelung" im Internet und kannst Dich vorher schlau machen, wie Du in den Tagen davor zu Hause den Darm entleerst, damit die Internisten eine möglichst gute Sicht durch das Endoskop haben. Sie beurteilen den Darm und falls sie "Polypen" finden, die ganz vielleicht zu Darmkrebs werden können, entfernen sie diese gleich.
Insofern ist diese 2-3 Tage vorher und einige Stunden danach wenig angenehme Untersuchung die bessere Methode, als "nur" der (billige) Nachweis auf okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl oder die (teure) Untersuchung im MRT. Von der Untersuchung selbst bekommst Du nichts mit, wenn Du nicht möchtest. Ich wĂŒrde es nicht empfehlen, denn das erste Mal habe ich mir das auf dem Monitor fasziniert mit angeschaut, aber schmerzfrei war es nicht. Die Ărzte sagten mir, es sei "fĂŒr beide Seiten" besser, wenn man dabei schlĂ€ft. Man darf in dem Fall an demselben Tag nicht Autofahren, sollte sich also abholen lassen. Es sei denn, Du wirst noch eine weitere Nacht ĂŒberwacht. Das weiĂ ich nicht.
KaSy
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hallo Indes, wurde die Spiegelung mittlerweile durchgefĂŒhrt und was sind deine Erfahrungen damit?
Alles Gute fĂŒr dich.
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Hallo Kasy
Vielen Dank fĂŒr deine ausfĂŒhrliche ErklĂ€rung. Ich habe in der Zwischenzeit mich in den Kliniken Infos eingeholt. Meine Wunsch Klinik wo mir mein Hausarzt schon empfohlen hat, macht diese Behandlung nicht. Da werde ich dann zu einer etwas weiter entfernten Klinik gehen mĂŒssen. Das ist nicht schlimm!
Am 20.9. habe ich in TĂŒbingen mein MRT GesprĂ€ch und Untersuchung. Er hatte mir ja im MĂ€rz gesagt, es wĂ€re fĂŒr mich am besten die Darmreinigung in der Klinik zu machen wegen den Medikamenten.
Jetzt, wenn ich ihn wieder sehe, bin ich schon auf das GesprĂ€ch vorbereitet und kann fĂŒr mich wichtige Fragen stellen. Im MĂ€rz hatte ich das nur mal so gefragt und war ganz ĂŒberrascht, als ich hörte, dass ich dafĂŒr in eine Klinik muss.
Andere wo ich mit meiner Erkrankung und Epilepsie kenne, hatten das ohne Krankenhausaufenthalt gemacht.
Ich war unsicher und wollte hier nur mal hören wie es andere gemacht haben.
Es hatten sich nicht viel gemeldet ( auch in anderen Forums), deshalb werde ich am 20.9. mit meinem Arzt alles genau besprechen und dann mir von meinem Hausarzt vor Ort die Behandlung fĂŒr das Krankenhaus planen. So bin ich auf der sichersten Seite!
Ich hatte mich schon in der Klinik mal nach Terminen erkundigt, die gehen schon auf Ende des Jahres zu.
Ich werde mich dann, wenn ich es geschafft habe wieder melden und berichten!
Liebe GrĂŒĂe
Sandra
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Hallo, Ines1999,
Das klingt nach einem guten und sicheren Plan.
Hier "im Osten" scheint die Sonne, ich gehe mal raus in den Garten und schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen rĂŒber ... ;D
KaSy
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Hallo miteinander
Heute war ich bei meinem Arzt in TĂŒbinger, der mir fĂŒr die Darmspiegelung eine kurze Einweisung fĂŒr 1 Nacht im Krankenhaus empfohlen hatte, um die Medikamente parenteral zu verabreichen.
Wir sprachen nochmal ausfĂŒhrlich darĂŒber. Meine Epilepsie Medikamente haben eine sehr kurze Halbwertszeit gegenĂŒber anderen Epilepsie Medikamenten, deshalb rĂ€t er mir dazu um AnfĂ€lle zu vermeiden!
Die dann wieder zu Problemen, wie zum Beispiel Auto Fahrverbot fĂŒhren können.
Das braucht glaube ich keiner, deshalb werde ich es dann so bald wie möglich es in der Klinik machen lassen.
Er schreibt jetzt meinem Hausarzt nochmal alles im einen Brief hinein.
Ich werde dann mich dann nochmals bei ihm melden um alles zu besprechen.
Lg Sandra
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Liebe Sandra,
Bei aller Lockerheit, die die wenigen Antworten prÀgten ("Ich habe das ambulant problemlos gemacht."), finde ich Deinen Weg völlig richtig.
Es geht um Dich und nicht nur um einen möglichen Anfall wÀhrend der Darmspiegelung, sondern auch um die Konsequenzen daraus.
Das Thema Autofahren nach der OP ("Wie soll ich das 3 Monate lang ohne Auto schaffen, ich will doch wenigstens an den Wochenenden mit meiner Frau als Beifahrerin ins GrĂŒne.") und nach einem epileptischen Anfall ("Ein ganzes Jahr?!?") taucht hier, aber vor allem im anderen Forum auf und fĂŒhrt dort zu mitunter eigenartigen Streits um "Meinungen" ĂŒber die durchaus sinnvollen Festlegungen zum Selbstschutz und zum Schutz der anderen.
Ich schicke Dir vorherbstliche bunte GrĂŒĂe!
KaSy
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Hallo miteinander đ
Ich wollte euch jetzt berichten, dass ich gerade mich im Krankenhaus befinde. Heute frĂŒh bekam ich die Darmspiegelung dort. Wie vereinbart wurden die Infusion fĂŒr meine Epilepsie Medikamente am Abend und am Morgen vor der Darmspiegelung mir gegeben. Es lief alles ohne Probleme, auch das Ergebnis war ohne Befund. Heute musste ich dann noch fĂŒr eine Nacht zur Beobachtung bleiben.
Lg Sandra
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Juchhu, alles gut!
Wach bitte morgen ohne AnfÀlle und gut ausgeruht im Sonnenschein auf!
:-* Deine KaSy