HirnTumor Diskussionsforum

Hirntumorarten => Astrozytom => Thema gestartet von: Flow am 13. Juni 2010, 23:36:56

Titel: Diagnose Astrozytom I od II---Vorstellung Flow (Betroffener)
Beitrag von: Flow am 13. Juni 2010, 23:36:56
Hallo,
ich bin zur Zeit etwas verzweifelt und hoffe hier einige Antworten zu bekommen.

Ich habe vor zwei Wochen auf eigene Faust eine MRT Untersuchung durchführen lassen, da ich seit einigen Wochen unter unerklärlichen leichten aber nervigen Kopfschmerzen an der rechten Seite des Hinterkopfes leide.

Hausarzt und Neurologe die ich hierzu konsultiert hatte meinten nur, dass es sich hierbei um stressbedingte Kopfschmerzen handelte.

Naja das Ende vom Lied war, dass bei der MRT Untersuchung tatsächlich ein Hirntumor entdeckt wurde.

Dieser befindet sich jedoch oben linkseitig direkt unter der Schädeldecke und hat mit meinen beschwerden laut Aussage der Ärzte nichts zu tun.


Ergo ein schrecklicher Zufallsfund :-(

Nach einigen hin und her habe ich dann einen Termin bei Prof. Mehdorn Neurochirurgie Kiel bekommen.
Letzte Woche war ich zunächst stationär aufgenommen und es wurden erneute MRT Untersuchungen durchgeführt (MRT, fMRT) um zu sehen welche Regionen betroffen sind.

Ausfallerscheinungen habe ich Gott sei dank bis dato keine.

Laut Prof. Mehdorn handelt es sich voraussichtlich um ein Astrozytom I od. II genaues kann jedoch erst nach OP gesagt werden. Größe um die 3 cm genau weiss ich es leider nicht nur dass er ca 2 cm in die tiefe geht.

Nach seinen Angaben besteht eine 99% Chance das der Tumor zu 100% entfernt werden kann.

Eine WachOP hält er aufgrund der Lage ebenfalls nicht für erforderlich.

Termin zur OP habe ich diesen Donnerstag. Bin daher bis Mittwoch erstmal wieder zu Hause.

 Bisher habe ich mich für eine Vollnarkose entschieden, habe jedoch Angst dies irgendwann zu bereuen. Nachher passiert etwas was in WachOP verhindert werden könnte.... *seufz*


Desweiteren würde mich interessieren wie es nach der OP für mich weitergeht.

Gibt es überhaupt die Chance das der Tumor nach der OP nie wieder kommt und ich alt werde... Ich denke diese Frage wird mir nur schwer jemand beantworten können, daher würde mich interessieren, ob jemand das Glück hat schon lange Rückfallsfrei nach erfolgreicher Astro OP zu sein oder zumindest jemanden kennt.

Beim googeln im Internet bekommt man ja das Gefühl das man es mit nem Astro nicht mehr sehr weit im Leben vorausplanen sollte.... :-(

Zu meiner Person ich bin 32 Jahre alt, durchschnittlich sportlich, gerade Vater geworden und habe Angst meine Tochter nicht aufwachsen zu sehen.


Gruesse

F.

P.S. Hat jemand schon Erfahrungen mit Prof. Mehdorn gemacht. Gehört habe ich über ihn nur Gutes. U.A. dass er zu den Besten noch lebenden Neurochirurgen gehört. Kann das jemand bestätigen?
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Flow am 13. Juni 2010, 23:54:19
Achja, bitte schickt mir die Meinungen und Erfahrungen über Prof. Dr. Mehdorn im Zweifel als PN (persoenliche Nachricht)

Gruß
F.
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Bluebird am 14. Juni 2010, 09:23:02
Guten Morgen Flow,

die Diagnose ist natürlich erst einmal ein Schock. Es ist aber gut, dass Deine Kopfschmerzen ernst genommen wurden und so doch recht schnell die Untersuchung das Ergebnis erbrachte.
Prof. Mehdorn ist ein erfahrener, angesehener Neurochirurg, der sicher nach dem neuesten Stand der Operationstechnik den Eingriff ausführt. Es sollte Dich beruhigen, dass nicht nur die Wachoperation die Kontrolle und Schonung der Funktionstüchtigkeit einzelner Hirnregionen gewährleistet. Wenn eine Komplettresektion des Tumorgewebes durchgeführt werden kann, sind die Aussichten bei einem niedriggradigen Astrozytom nicht ungünstig. Da muss man jetzt den pathologischen Befund abwarten und die Empfehlungen der Ärzte hören.

Was Prof. Mehdorn betrifft, so werde ich den noch für Dich nicht zugänglichen Bereich der Klinikbewertungen zu Rate ziehen und Dir eine PM schicken.

Für die bevorstehende Operation und den anschließenden Genesungsprozess wünsche ich Dir den besten Erfolg.


LG
Bluebird
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Winnewup am 14. Juni 2010, 09:48:08
Hallo Flow,

sicher ist die Diagnose furchtbar.Aber so wie es aussieht hast Du ja auch ein bischen Glück...wenn man davon reden kann.Da Dein Tumor direkt an der Schädeldecke liegt,kann man dort in der Regel techt gut operieren.Dein Arzt hat ja auch schon gesagt das die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist,das der Tumor vollständig entfernt werden kann.
Bei mir saß der Tumor rechts vorne und auch ziemlich an der Oberfläche und konnte komplett entfernt werden.
Auch bei mir ist man Anfangs von einem Astrozytom ausgegangen...es war letzt endlich aber ein oligodendrogliom III.
Ich denke da muß man wirklich die Histologie nach der Op abwarten....denn ohne da zu gucken kann ja keiner sagen um welchen Tumor es sich handelt.
Du hast nach der Möglichkeit gefragt ob es sein kann,das der Tumor nicht mehr nachwächst...auch das kann Dir keiner mit Sicherheit sagen.Es gibt Fälle die sehr lange ohne Rezidiv sind und es gibt Fälle wo wirklich nichts mehr wächst...allerdings kann man da überhaupt keine Aussagen treffen...und das wird auch kein Arzt können.
Ich wünsche Dir aber für Deine OP ganz viel Glück und Kraft.
Liebe Grüße
Winnewup
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Bea am 14. Juni 2010, 12:37:27
Hallo und herzlich Willkommen im Forum, Flow!

Meiner Meinung nach ist es wichtig Informationen einzuholen und zu filtern.
Prognosen sind schon deshalb schierig, weil die Lebensumstände immer anders sind. Deshalb macht man auch Verlaufsstudien.

Eine Garantie, dass dein Tumor nie wieder kommt kann dir leider niemand geben. Ein Astro ist ein Tumor, der an der Art seines Aufbaus schon erkennen läßt, dass es keine eingekapselte Masse ist die man wie ein Knopf entnehmen kann.

Was uns im Leben erwartet wissen wir alle nicht. Wichtig ist, dass du nach Möglichkeit objektiv bleibst und erkennst; die Möglichkeiten der Medizin schreiten jeden Tag fort und verbessern sich.

Warte den path. Befund ab und erfreue dich an der Tatsache dass du keine Ausfälle hast. Es hört sich doch nach wirklich guten Chanchen an. Erkannte Gefahr ist gebannte Gefahr.

Mein Astro ist nun 4 Jahre alt. Konnte nur zum Teil entfernt werden und hat auch einen Progress gebildet. Das was vor zwei Jahren noch als inoperabel galt könnte heute mit einer Wach-OP nochmal z.T. entfernt werden. Es geht also immer ein Stück voran.

Alles Liebe, viel Glück für deine OP und einen super guten Genesungsprozess wünscht dir,
Bea
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: kit am 14. Juni 2010, 19:06:33
Hallo Flow ,
sorry dass Du zu uns nun gehörst , aber wie Du siehst können viele mit so eine Diagnose Leben und zwar GUT !
Das Du  zur Zeit etwas verzweifelt bist kann jeder hier nachempfinden . Wir waren alle auch Mal da . Es wird besser

 Zufallsbefunde  auch wenn schrecklich sind  immer besser wie zu spät :-(

MRT, fMRT sind wichtig  um zu sehen welche Regionen betroffen sind, vor allem vital Areale wie Sprachzentrum , Bewegungszentrum etz, die eine Wachop erforderlich machen konnte.  Dies scheint bei Dir nicht der Fall zu sein  trotz lage Links , da Du Keine Ausfallerscheinungen hast und  FMRT sonst hätte Dir der Prof. die Wachop empfohlen .

 Ob es sich um ein Astrozytom I od. II handelt ist schwer zu sagen , wobei Astro I ° in der Regel im Kindesalter zu finden sind  .

 Die Chance dass der Tumor zu 100% entfernt werden kann, wünsche ich Dir vom Herzen .

 Wenn Der Prof. die Indikation zur Wachop nicht sieht und Du dich  für eine Vollnarkose entschieden  hast , dann  ist es richtig .  Habe bitte keine Angst dies irgendwann zu bereuen, da auch beim Wachop Risiken vorhanden sind  .  Woher willst Du es wissen ob irgend Etwas im nachhinein durch eine Wachop verhindert haben werden könne ?  Jede OP verbirgt Risiken .  Die Wachop hat ihre Berechtigung in bestimmte Situation , die bei dir scheinbar nicht vorliegen .

Nach der OP für Dich , hmmm schwer zu sagen . Jeder Mensch ist individuell .

Ob der Tumor wieder kömmt haben Dir mein Vorredner bereits was dazu gesagt sodass ich dies nicht wiederholen wird .  Und ja es gibt Fälle wo der Tumor komplett entfernt wurde und die Leute viele viele Rezidivfreie Jahre hatten , die gönne ich Dir .

Warum solltest Du keine Zukunftsplänne haben ?
Bei mir hat der Neurochirurg als erstes gesagt es gibt eine einzige gute Nachricht , alles andere ist S.....  ( original Ton) was wollen Sie als erstes hören ? Natürlich die Gute . ;Tu auf die rechte Seite
 Nun liegt mein op 18 Monate zurück  , teilresektion eines riesigen Oligoastrozytoms WHO II° mit Beteiligung des Hypocampus und Amygdyla .  1 Tag Intensiv , 10 Tage insgesamt stationär , dann nach Hause. Wieder Arbeiten genau 3 Monate nach OP .
  12 Zyklen Chemo und bin noch hier ohne Tu Progress , habe auch vor länger meine Umwelt auf die Nerven zu gehen .

Nun Du bist Jung, motiviert hier länger zu bleiben  und hast gute Ausgangspunkte laut Neurochirurg .  
Lieber Flow alles alles Gute , komm gut und Tumorfrei zurück .
Kit
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Flow am 14. Juni 2010, 19:07:21
Danke für die schnellen Antworten. Ich denke jetzt heißt es ersteinmal abwarten und hoffen das die OP gut geht.
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Flow am 09. Juli 2010, 11:40:51
So da bin ich wieder. Der sichtbare Teil des Tumores konnte komplett entfernt werden und bis auf ein paar Wortfindungsstörungen und Konzentrationsschwächen scheint bei mir auch alles wieder in Ordnung zu sein.
Die Wortfindungsstörungen haben sich bisher auch täglich gebessert nur an so heißen Tagen wie heute habe ich wieder gefühlt enorme Probleme damit.

Die Histologie hat ergeben das es sich um ein scheinbar reines Oligodendrogliom Grad II
handelt. Ob das nu gut für mich ist oder nicht steht in den Sternen.

Jetzt heißt es aber erst einmal abwarten und geneßen.
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: heifen am 09. Juli 2010, 12:26:28
mut, leb seit 26 jahren mit meinem oskar im kopf(bisher benimmt er sich recht anstaendig)
bacioni
heifen
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: ines1999 am 09. Juli 2010, 14:24:15
Hallo Flow

Bei mir wurde 2006 auch ein Oligodendrogliom II festegestellt.
Er wurde mit 2 OPs entfernt. Ich habe bis jetzt keinerlei Probleme
mehr gehabt. Ab und zu hab ich zwar auch Konzentrationsprobleme.
Damit kann ich aber gut leben.
Gute Besserung und alles Gute!

Liebe Grüße von ines1999
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II
Beitrag von: Claus.Mallorca am 20. Juli 2010, 23:27:28
Grad II ist ja erstmal positiv , ich wünschte ich hätte das auch. Das würde meine Chancen verbessern. Ich bin grundsätzlich optimistisch, dass ich mit meinen 42 Jahren meine Rente noch lange verprassen kann.......

DU bis vermutlich Linkshänder...... bei mir wurde auch ein fMRT durchgeführt, mit dem festgestellt wurde, dass mein Sprach- und Wesenszentrum auf der rechten Seite liegt.
Statistik: 10% der Linkshänder haben das Sprachzentrum auf der RECHTEN Seite. Mein Glück beim Tumor im linken Frontallappen, somit konnte ich in Vollnarkose operiert werden und Gewebe großzügig entfernt werden.

Also wichtige Info an alle Linkshänder, die einen Tumor in der linken Hirnhälfte haben......fMRT (funktionelles MRT) durchführen lassen!!! Manche Ärzte "vergessen" das. Dann ist man deutlich beruhigter vor der OP!
Merke: die Hirnhälften sind üblicherweise für die gegenüberliegende Körperhälfte zuständig, also beim (standard) Rechtshänder die linke Hirnhälfte, daher ist Tumor links immer kritisch. Ich bin sehr froh,dass mein Chirurg mich gefragt hat,ob ich Linkshänder sei. Das hatte der erste Arzt vergessen (!). 

Gruß
Claus AA III Nov 09
Titel: Re:Diagnose Astrozytom I od II---- Vorstellung Flow (Betroffener)
Beitrag von: Flow am 22. Juli 2010, 14:44:00
Nein ich bin tatsächlich Rechtshänder, aber dank des fMRT und des Talentes von Prof.Dr Mehdorn (Uniklinik Kiel) konnte ich auch unter Vollnarkose operiert werden.

Meine Konzentrationsschwäche und Wortfindungstörungen sind auch kaum noch zu bemerken. Andere merken es gar nicht mehr und ich selbst auch kaum noch.

Es geht bergauf