HirnTumor Diskussionsforum
Zytostatika und Medikamente => Zytostatika => Thema gestartet von: Mama am 06. Januar 2011, 00:07:40
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Ich habe da eine Frage:
Irgendwann habe ich hier im Forum mal gelesen, dass man übrig gebliebene Medikamente in Drittländer weitergeben kann, wo Menschen kein Geld dafür haben.
Ich habe von der Behandlung meines Sohnes noch Temodal übrig, das noch bis 2012 gültig ist. Wer hat eine Adresse?
Liebe Grüße
Mama
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Die Gesetzeslage hat sich geändert. Apotheken sind nicht mehr verpflichtet,
nicht benötigte oder alte Medikamente zurück zu nehmen.
Siehe bitte hier:
http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6815.0.html
Bluebird
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Hallo zusammen,
es gibt immer noch Apotheken, die Altmedikamente annehmen. Die, und den Hausarzt einfach mal ansprechen.
Weiter bieten die Kommunen Schadstoffmobile an. Die nehmen die Altmedikamente auch an und entsorgen sie entsprechend.
Sorry, aber ich halte es da mit dem Bundesumweltamt. Es ist unverantwortlich Medikamente in den Hausmüll zu schmeißen und zuzulassen, dass sie ins Erdreich sickern.
Es gibt ja auch noch den Rat diese Teile in die Toilette zu geben.... Unglaublich!
LG,
Bea
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Wir können über Sinn und Unsinn von Regelungen diskutieren, uns darüber ärgern.
Ändern tut sich deshalb zunächst nichts daran.
@ Bea
Natürlich sollen Medikamente nicht in der Toilette landen!
siehe ebenfalls verlinkten WDR-Bericht:
Bitte nicht in die Toilette
Eine Umfrage im Jahr 2008 brachte es ans Licht: Jeder sechste wirft, alte oder nicht mehr benötigte Tabletten, zumindest gelegentlich, in die Toilette. Und jeder zweite Befragte schüttet flüssige Arzneimittel, die nicht mehr benötigt werden, ins Wachbecken oder in die Toilette. Dabei sind Medikamente meist hochgradig gewässerbelastend, schließlich geraten sie über den Abfluss ins Abwasser. Und das kann auch unser Trinkwasser verseuchen. Wenn zum Beispiel Antibiotika ins Wasser kommen, können sich dadurch resistente Keime im Wasser bilden und das Ganze kann sich auch auf Krankheitserreger übertragen. Oder Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille können dazu führen, dass sich Fische weniger gut vermehren.
TippDie Kölner Entsorgungsbetriebe empfehlen, die Tabletten oder Flaschen aus der Verpackung herauszunehmen und in nasses Zeitungspapier einzuwickeln, bevor sie in den Müll wandern. Das hielte davon ab, im Müll herumzuwühlen und die Tabletten lassen sich so gut verstecken. Natürlich sei es auch sinnvoll, die Medikamente erst kurz vor der Abholung in den Müll zu geben.
Bluebird
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Wem die bisher angeführten Quellen "nicht seriös" erscheinen, hier
vorab die entsprechende Verordnung des Landes NRW, auch als pdf-Datei runter ladbar.
Die Einführung der Richtlinie erfolgte in NRW unter der Regierung CDU/FDP, die zwischenzeitlich von der Minderheitsregierung aus SPD/Grüne abgelöst wurde.
http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/arzneimittelabfall.pdf
http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/abfall/entsorgungshinweise/arzneimittel/index.php
Bluebird
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Hier eine Richtlinie für die Gesundheitsdienste zur Entsorgung von Zytostatika.
Man könnte evtl. die behandelnde Onkologiepraxis fragen, ob sie eine Möglichkeit sieht, nicht mehr benötigte Reste zytostatischer Medikamente zurück zu nehmen.
http://www.onkologie2010.de/zytostatikahandhabung/zytostatika_entsorgung.htm
Bluebird
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Oh Mann, was habe ich für eine Diskussion losgetreten.
Ich würde nicht über die Toilette entsorgen!!!!!!
Wollte in Länder weitergeben, in denen Menschen nicht mit Temodal versorgt werden.
Gruß
Mama
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Entschuldigt bitte;
erstens unterstelle ich niemandem hier, er würde seine Midikamente in die Toilette kippen (die Überschrift zeigt ja schon dass man sich ernsthafte Gedanken macht) und zum anderen habe ich einfach mal "Medikamentenentsorgung" ins google eingegeben. Dort fand ich dann genau diese Möglichkeit.
Es liegt mir fern hier etwas auf den negativen Weg zu bringen oder gar Unmut zu stiften - so gut sollte man mich aber zwischenzeilich kennen ;)
Liebe Grüße,
Bea
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Halten wir doch einfach mal den oben vorgegebenen Sachverhalt fest.
Gegenargument für die Weitergabe
Laut Gesetz müssen grundsätzlich alle Medikamente, welche schon mal von einer Apotheke an einen Patienten ausgegeben wurden, bei Nichtgebrauch oder Verfall sachgerecht vernichtent werden.
Das hat folgende Gründe.
1. Schutz der Bevölkerung vor
Illegalem Medikamentenhandel/Drogenhandel
Gewährleistung des Inhalts und des Verfalldatums
Gewährleistung der sachgerechten Lagerung der Medikamente
Gewährleistung, dass der Patient auch das Medikament bekommt, das der Arzt verordnet hat
Patienten bekommen nur Medikamente die ihrer Anamnese und Erkrankung entsprechend ausgewählt sind.
2.Wirtschaftspolitische Gründe
Das Medikament wurde exziplit für den jeweiligen Patienten verordnet ,von seiner Krankenkasse bezahlt
Ein Medikament käme so vielleich 2 mal in den Handel.
Pharmazunernehmen(betriebswirschaftlich) und Krankenkassen(sozialwirtschaftlich) würde finanzieller Schaden entstehen. Von dem Steuerschaden mal ganz abgesehen.
Was gegen die Vernichtung spricht.
Moralische/ethische Bedenken, dass man ein noch brauchbares Medikament vernichtet, das einem andren Menschen evtl das Leben retten könnte.
Mir persönlich würde diese "sinnlose" Vernichtung auch widerstreben. Aber es gibt nun mal zu befolgende Gesetztesgrundlagen, die leider keinen andern Spielraum lassen.
Der Gesetzgeber hat sich dabei durchaus was gedacht.
Es ist ein sehr schweres Thema, das von seinen Bedenken her, duchaus nachvollziehbar ist und bestimmt viel Diskussionsbedarf hat.
Es gilt wohl eher hier eine Stelle zu finden, die sich verantwortungsvoll und kompetent um diese Dinge kümmert, was aber wiederum schwer wird, da es eine sehr kostenintensive Tätigkeit ist, welche keinerlei finanziellen Ausgleich für ihre Tätigkeit erhält.
Hier kämen,wenn überhaupt, wohl am ehesten karitative Institutionen in Betracht.
Ein zusätzliches Problem ist die Gewärleistung, dass in den Verpackungen auch wirklich noch das drin ist, was außen auf der Verpackung steht.
Wer will das garantieren, wenn das Produkt durch nicht nachvollziehbare Hände gewandert ist?
Ab der Abgabe aus der Apotheke reißt die Nachvollziebarkeitskette des Produktes ab, oder ist unterbrochen. Ebenso die Kühl und Lagerkette.
Man muss beide Seiten verstehen.
Wer eine legale Instution findet die dafür prädestiniert ist, sofern es sie gibt, darf sie hier bestimmt gern nennen.
Ich bin mir sicher, dass diese Information sicher noch mehr Menschen interssieren würde.
Fips2
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Oh Mann, was habe ich für eine Diskussion losgetreten.
Ich würde nicht über die Toilette entsorgen!!!!!!
Wollte in Länder weitergeben, in denen Menschen nicht mit Temodal versorgt werden.
Gruß
Mama
Liebe Mama,
Du hast von mir eine PM erhalten mit einem Link.
Kontaktaufnahme und Anfrage ist möglich.
LG
Bluebird
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Hallo,
bei Uns kann man: in den Apotheken "alte/nicht" gebrauchte Medikamente abgeben.
im: Rathaus (das Haus das Verrückte macht/ laut Asterix u. Obelix) Medikamente abgeben. Dort steht eine Sammelbox für Batterien und daneben eine Sammelbox für Medis.
Biggi